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DAS JAHR 2017

20. Mai: Na Kleiner, wo sind deine Geschwister?




16.05.2017: Heureka - Ein Nachzügler!

Überraschung! Es sind 1 - 2 - 3. Ein Trio!

Was heute Früh noch als Vermutung im Raum stand, es könnte da eventuell noch ein Nachzügler aufgetaucht sein, bewahrheitete sich am Nachmittag.
Im Bild sieht man Storchenmama 'Biel' (Ring gut lesbar; DER A5628) beim Füttern. Und zwischen den beiden etwas grösseren Kücken noch ein deutlich kleineres Störchlein.
Der Schnabelspitz von Mama zeigt genau auf den Kopf des Kleinen.
--> Zum vergrössern Bild anlicken!

Jetzt sind wir bezüglich Namen noch mehr gefordert. Es müssen 50% mehr Ideen her. Natürlich alle mit "I".

Ich hoffe, das Gröbste ist nun überstanden (nasses, kaltes Wetter) und der Kleine schafft es auch flügge zu werden. Trotzt ein bisschen Verspätung.

Leider ist es dann doch anders gekommen!
Zwischen dem 16. und 20. Mai sind zwei der Jungstörche gestorben.
Über die Gründe muss man spekulieren. Vielleicht doch Spätfolgen (Lungenentzündung) dEr kalten und nassen Tage?
Oder fehlendes oder zu erdreiches Futter? Wenn es sehr nass ist, nehmen die Altvögel beim Sammeln von Würmern viel Erdreich auf und verfüttern das den Jungen. Die schmutzigen Schnäbel der Jungen könnten ein Indiz dafür sein.
Wie auch immer; es ist schade. Ich hätte mich sehr über ein gesundes Trio gefreut.
Bilder dazu, auf dem Leuchttisch vom 20. Mai (oben).




 

Der Horst im Mai




Erfreulicher Jahrgang 2017

Was sich ab dem 18.04.2017 angedeutet hat, kleine Bewegungen im Nest, konnte heute am 5. Mai 2017 13:20 Uhr auch fotografisch festgehalten werden.
(Bild anklicken um es zu vergrössern!)

Unser Brutpaar 'BIEL' und 'BENKEN' hat es wieder geschafft. Mindestens zwei Junge haben sie bis heute durchbekommen. Schnee, Regen und Kälte der letzten Tage zum Trotz.
Hoffentlich finden sie nun genug Futter um die Kleinen durchzubringen.

Damit dürfen wir uns freuen und wieder hoffen, zwei Jungstörche beringen zu dürfen.
Wenn sie durchkommen bis sie flügge sind, sind das die Nrn. 21 und 22 seit Brutbeginn des Paares im Jahr 2008.
Zudem sollen sie Namen bekommen die mit "I" anfangen.
Wie wärs mit IKARUS? Oder IRIS?
Sendet eure Namensvorschläge an info@stoerche.ch.




 

Nehmen wir mal Senderstorch ANGELA

... ja, nehmen wir mal unsere Enkelstörchin ANGELA, die ja genetisch ein Storchenmann ist, und betrachten ihre beachtlichen Flugleistungen.

Zur Erinnerung: ANGELA (Ring: DER AY 470) war das 2016er Junge von unserer ADELHEID, welche 2008 hier in Biel-Benken geschlüpft und zusammen mit Bruder ALI-BABA, beringt wurde.
Seit Jahren brütet ADELHEID (Ring: HES SE 560) in badenwürttembergischen Kürzell (bei Lahr).

Aufgrund des von der IIGSFBB gesponserten Senders (Datenlogger), können wir anhand der Daten einige interessante Dinge herauslesen.
Die Vogelwarte Radolfzell liefert eine andere Darstellung und auch sehr detaillierte Zahlen, welche ich in die beigefügte Grafik umgelegt habe. >>> zum Vergrössern, Grafik anklicken!

Sehr gut zu erkennen ist, dass ANGELA schon in den ersten Wochen nach dem Erreichen der Flugfähigkeit (ca. Mitte Juli) grosse Distanzen zurückgelegt hat. Jeder blaue Balken im Diagramm gibt die theoretische Flug- / Bewegungsdistanz - zu Fuss oder fliegend - für den jeweiligen Tag an.
So zeigt sich am 7.08.2016 eine "Flugdistanz" von schon 87.21 km! Am 12.08.2016 legte sie die bisher längste Wegstrecke an einem Tag zurück. Stattliche 365 km!

Eine weitere sehr aktive Reisephase legte sie, nach einem etwas gemütlicheren Zug Richtung Süden, zwischen dem 6. und dem 12. September zurück. Tagesflüge um die 200 km.

Den Rest bis zum Jahresende bewegte sich ANGELA im Bereich zwischen Null und max. 39.18 km an einem Tag.
Möglicherweise sind einzelne Tageswerte auch etwas zu tief ausgefallen, denn es gibt technische Konstellationen welche verhindern, dass die Tageswerte komplett aufgezeichent werden (z.B. schwacher Akku).

Am 22. Dezember jedenfalls hat die kumulierte Gesamtstrecke den Wert von 4'000 Kilometer durchbrochen. In nicht einmal einem halben Jahr!
Ich möchte nicht ich müsste in so kurzer Zeit derart weit wandern. Da ist mir der Flug ins Feriendomizil lieber.
Im Gegensatz zu mir kann das ANGELA und die anderen Störche halt einfach aus eigener Kraft.
Ich bin beeindruckt.




 

Unter "Diverses" findet Ihr neu: Fisch statt Vogel

Hallo alle miteinander.
Wer einmal Lust auf etwas anders hat als Störche, der findet neu einen interessanten Link zur Unterwasserwelt; inklusive ein paar selbstgeschossen Fotos von meinen Schnorchel-Safaries.
So quasi um euch den Mund wässrig zu machen. Nicht weil die Taucherbrille nicht dicht ist, sondern weil die Bilder derart faszinierend sind.
Zumindest für mich.

Viel Vergnügen




Achtung, habe umgeordnet

Die Details und Geschichten zu HUBERTUS, vulgo HUBSI findet Ihr nun auf einer eigenen Unterseite:

Das Jahr 2016 >>> Link: Hubertus 2016ff

Die ältesten Daten findet Ihr am Ende, die Neusten am Anfang.




Gute Neuigkeiten

Das sind für einmal sehr positive Neuigkeiten.

Seit 19.09.2017 gibt es wieder sporadische Datenmeldungen des Senders von ELVIS.
Zuletzt am 30.10.2017, 10:11 Uhr. Er befindet sich bei Lerida in Katalonien und daselbst natürlich auf der Deponie bei Montoliu.

Noch schöner ist die Geschichte von Enkelstrorch AMADEUS.
Hier gibt es seit dem 28.10.2017 wieder Daten.
Er ist also nicht gestorben wie wir (zu) voreilig angenommen hatten, sondern ist, in den sechs Wochen ohne Datenmeldungen, in den funkfreien Gebieten der Sahara weitergezogen und nun in Mali gelandet.
Hoffen wir, dass es ihm dort auch künftig gut geht und er weitere und detailliertere Daten liefert, sobald er wieder in ein Gebiet kommt wo es eine bessere Abdeckung mit Mobilfunkantennen gibt.

Ich melde mich wieder wenn ich Zeit und Neuigkeiten habe.
Stand: 2.11.2017, 00:30 Uhr




Die grosse Wende in Nord-West-Afrika!

In den letzten Tagen passierte - vogelzugtechnisch gesehen - etwas Ungewöhnliches.

Bis und mit 17.10. war Senderstorch EUROPA flott unterwegs und schien auf die bekannten Überwinterungsgebiete jenseits der Sahara, also Senegal oder südliches Mali, Burkina Faso oder Niger und Tschad hinzusteuern.
Am 18. Oktober 2017 aber vollführte sie eine dramatische 180 Grad Wende in ihrem Zug und ist nun in grossen Schritten - oder langen Flügelschlägen - wieder Richtung Norden unterwegs.
Was hat wohl die Umkehr bewirkt?
Denkbar sind schlechte Futter- und ungenügende Trinkplätze, grosse Hitze, Wetter- oder Wind-Phänomene.
Von hier aus sind diese Dinge - besonders als Laie, natürlich nicht zu klären. Es bleibt einfach eine klar zu beobachtende Tendenz.

Ein besonderes Mass stellt auch die zurückgelegte Strecke dar.
Über die letzten zehn Tage (12. - 21.10.2017) zusammengezählt hat EUROPA 1'308 Kilometer (Richtung Norden) zurückgelegt.
Senderstorch ANGELA, zur Zeit in der spanischen Provinz Cádiz unterwegs, legte in der gleichen Zeit die bescheidene Strecke von 82.7 km zurück.
Nicht viel im Vergleich, aber immerhin 8.27 km pro Tag. Ich nehme aber nicht an, dass viele Leserinnen und Leser dieser Zeilen gleichviel oder gar mehr Kilometer zu Fuss zurückgelegt haben.
Geschweige denn die rund 130 km pro Tag welche EUROPA, im Durchschnitt der letzten zehn Tage, pro Tag hinter sich gebracht hat.

Man ist beinahe versucht zu sagen, EUROPA flüchtet richtiggehend aus dem Gebiet von "Westsahara" oder fürchtet sich vor dem was noch weiter südlich (Mauretanien?) folgen könnte.
Denn es ist nicht anzunehmen, dass sie an Heimweh leidet oder einfach die grünen Wiesen und Wälder am Oberrhein vermisst.
Auch wenn wir also die Gründe nicht (noch nicht?) kennen, so ist dies, dank des Senders, doch eine interessante Beobachtung.
Ich bin gespannt, wie das weiter geht.

Hier, für Sie, der Link: Zur Karte von Senderstorch EUROPA




18.10.2017: Wo sind unsere Senderstörche?

Das Verfolgen der besenderten Jung- bzw. Enkelstörche ist weiterhin eine spannende Sache. Sie führt schon beim blossen verfolgen via Rechner, in die verschiedensten Gegenden und Landschaften dieser Welt.
Es beinhaltet aber auch eine traurige Komponente, denn man muss feststellen, nicht nur bei unseren Störchen, dass die Sterblichkeit im ersten Jahr hoch ist. Etwa zweidrittel bis dreiviertel der Jungstörche überleben das erste Jahr nicht.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass von unseren drei, am 20. Juni 2017 besenderten Enkelstörchen aus Kürzell bzw. Holzen, nur noch einer am Leben ist.

Das Erfreuliche vorneweg: EUROPA lebt!
Gemeint ist natürlich die diesjährige Enkelstörchin Europa, Jungtier von ELVIS, geschlüpft und flügge geworden in Kandern-Holzen, zusammen mit EUGEN.
Sie hat den Ring DER A1A26 sowie einen GPS-Sender erhalten (eobs ID 4004; übernommen vom verunglückten Anton, aus Kürzell).

Ihre erste Winterreise hat sie am 20. Juli - eher früh - begonnen. Dafür machte sie auf der Ebene "Bödeli" vor Seewen / SO einen längeren Zwischenstopp (rund 10 Tage, vom 23.07 bis ca. 04.08.2017), bevor sie ihren eher gemächlichen Zug Richtung Afrika fortsetzte.
Die Strasse von Gibraltar überflog sie am 20.09.2017 zwischen 12:15 und 12:45 Uhr!
Nach weiteren Zwischenstopps auf den Deponien von Kenitra bzw. Oum Azza bei Rabat befindet sich Europa (Stand 19.10.2017) ca. 145 km östlich der Stadt Semara im Gebiet von Westsahara.

Vom Geschwister von Europa, EUGEN (DER A1A27, Sender ID 5523) und dem Enkel-(Jung)-Storch von ADELHEID, AMADEUS (DER AY620, Sender ID 5703) gibt es leider nur den Tod zu vermelden.
EUGEN ist schon im Südosten von Spanien, Provinz Saragossa, ums Leben gekommen (07.09.2017). Pikantes Detail, "nomen est omen" er ist unweit einer Stelle zu Tode gekommen die sich "Salina de la Muerte" also Saline des Todes nennt.
Ich hatte die Hoffnung jemanden zu finden, der den Sender allenfalls bergen könnte. Doch am 6. Oktober hat der Sender plötzlich aufgehört Daten abzusetzen. Es ist anzunehmen, dass er bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf diesem Feld zerstört oder untergegraben worden ist. Leider ist dieses Vorhaben deshalb nicht zustande gekommen. Schade.

AMADEUS hat es weiter gebracht als Eugen. Er war der Erste von den Dreien der Afrika erreichte und den Weg bis in die äusserste Westecke von Algerien geschafft hat.
Dort allerdings ist er in der Nähe der Ortschaft Tindouf gestorben (06.09.2017). Die Ursache ist ebenso unbekannt wie bei Eugen. Möglich ist vieles.

Weiterhin auf Kurs sind ANGELA Jg. 2016 (DER AY470 Sender ID 4001; Enkelstorch und Nachkomme von ADELHEID) in Kürzell
sowie FLOCKE, Jungstorch aus Biel-Benken mit Jahrgang 2014.
Beide sind noch (Angela) bzw. wieder (Flocke) im Südwesten von Spanien.
Flocke im Reisanbaugebiet (Isla Major) im Delta der Rio Guadalquvir.
Angela etwas weiter südlich in der Provinz Cádiz, wo es eher Viehwirtschaft gibt.

Von ELVIS, Benkemer Storch Jg. 2012, mit Brutort Holzen seit 2014, der ebenfalls einen Sender trägt, haben wir leider keine aktuellen Daten mehr.
Nach über sechs Jahren im Gebrauch hat der Sender seinen Zenit überschritten. Der Sender war ja im Jahr 2011 schon auf dem Rücken unseres später zu Tode gekommen, ersten Senderstorches DÜSCHESS.
Bei ELVIS dürfen wir hoffen, dass er im nächsten Frühjahr wieder zurück nach Holzen kommt und wieder zu brüten beginnt.

Dies sind alle unsere Senderstörche, von denen wir noch aktuelle Daten haben.

Die beigefügte Grafik wurde mir zur Verfügung gestellt von "baden online". Sie war Teil eines Berichtes von Wolfgang Schätzle vom 07.10.2017
(Link: https://www.bo.de/lokales/lahr/kuerzells-senderstorch-amadeus-stirbt-in-algerien) und erstellt von Christel Stetter. Sie zeigt die Flugrouten von ANGELA und AMADEUS.
Seit der Besenderung hat ANGELA, in 16 Monaten, eine Distanz von ca. 7'300 km zurückgelegt. AMADEUS schaffte in nur zweieinhalb Monaten immerhin auch schon rund 2'700 km.




 
 

Ich habe auch gestaunt als ich dieses Ding (oben) bei der Wintervorbereitung unseres Gartens am 12. Oktober 2017 in Demselben gefunden habe.
Bereits letztes Jahr habe ich ein solches, Oothek genanntes Gelege einer europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa) gefunden und mich ein bisschen schlau gemacht.

Noch grösser dann die Überraschung am 14. Oktober als mir auf dem Gartensitzplatz eine Mantis (in der braunen Farbvariation) über den Weg und damit vor die Linse lief.
Als beinahe unheimlich darf man sicher werten, dass dann am 15. Oktober eine zweite Gottesanbeterin, diesmal in der grünen Variante, auf unserer Rebe zu finden war.
Beide Tiere hatten, mit dem Massstab gemessen, eine Körperlänge (Kopf bis Schwanz) von 50 bis 55 mm. Beim Gehen werden sie dann aber deutlich länger, weil sie mit ihren Fangarmen zu weit ausgreifenden Schritten ansetzen.

Was aber diese Begegnung so sensationell machte, war die Tatsache, dass die grüne Mantis, vor meinem Kameraauge eine vorbeifliegende Wespe schnappte und idese dann, bis auf Kopf und Beine, innerhalb von etwa 30 Minuten vollständig verspeiste. Dabei liess sie sich von meiner aufdringlich nahen Kamera absolut nicht stören.
Etwas gruselig zu beobachten war, dass die Wespe, obwohl schon zur Häfte verzehrt und in der Mitte halbiert, mit ihren Kiefern immer noch versuchte die Mantis ins Bein zu kneifen.
Mit unserer Vorstellung von "humanem Sterben" hatte das gar nichts zu tun.

Gemäss Wikipedia ist bekannt, dass es in der Rheinebene zwischen Freiburg (Kaiserstuhl) und Basel, Populationen von Gottesanbeterinnen gibt. Trotzdem war es für mich sehr überraschend auch hier in Biel-Benken welche beobachten zu können. Bisher waren das Insekten welche ich lediglich aus Spanien und Südfrankreich kannte. Hier habe ich vorher noch nie welche gesehen.

Deshalb möchte ich Sie mit diesen Bildern am Erlebten teilhaben lassen. Auch wenn die beiden Mantis auf den Bildern gefährlich aussehen, sie waren es nicht. Die Braune ist mir sogar via Hand auf die Kamera geklettert, weil sie von dieser fasziniert war. Möglicherweise hat sie ihr Spiegelbild in der Linse irritiert!?
Zudem, es sind zwar keine Störche, aber fliegen können sie auch.




Gentests sind erbarmungslos!

Seit heute, 07. September 2017, habe ich die neuesten Informationen bezüglich Geschlecht unserer drei jungen Senderstörche von 2017. Und dazu ein paar weitere informationen zum aktuellen Vogelzug unserer Senderstörche.

In der Zwischenzeit haben unsere Jungstörche schon ganz beachtliche Strecken zurückgelegt.

1. ANGELA (Jg. 2016) ist noch immer in der Provinz Cádiz / Spanien unterwegs.
Sie pendelt zwischen Deponien und verschiedenen Lagunen.
Dass Angela ein Bube ist, haben wir bereits letztes Jahr erfahren, wollen aber den Namen nicht ändern.
Seit sie flügge ist und wir Senderdaten erheben können (Juni 2016) hat sie schon über 6'700 km zurückgelegt. Im Flug und zu Fuss!

2. AMADEUS (Jg. 2017) ist unser Weitgereister. Er ist der einzige unserer drei 2017er Jungstörche, der es (schon) bis nach Afrika geschafft hat.
Zuerst eine Weile in Marokko (z.B. in der Nähe von Rabat; inkl. Besuch auf dem Royal Golf Dar Es Salam) und jetzt im äussersten Westen von Algerien. Dabei hat er total schon über 2’680 km zurückgelegt.

Seit heute weiss ich, dass wir bei der Namen-Wahl in Kürzell wieder danebengelegen haben. Die Gentests sind erbarmungslos.
Amadeus ist ein Weibchen. Aber wir lassen auch hier den Namen stehen.

3. EUGEN (Jg. 2017) war eher der Spätstarter, hat es aber auch schon bis nach Spanien geschafft. Einige Wochen im Gebiet Lerida.
Im Moment ist er im Ebro-Tal, auf dem Weg weiter nach Westen (?) oder doch eher von Barcelona aus nordwärts Richtung Saragossa?
Er hat, gemäss meinen Aufzeichnungen, schon 2’750 km zurückgelegt.

Mit den Jungstörchen von ELVIS hatten wir mehr Glück bei der Namenwahl. Beide sind richtig. Eugen ist ein Männchen, EUROPA ein Weibchen.


4. EUROPA (Jg. 2017) war die Frühstarterin. Sie verbrachte einige Wochen in der Schweiz ehe auch sie dem Jura entlang nach Spanien gezogen ist.
In der Zwischenzeit hat sie auch Eugen wieder überholt. Im Moment ist sie bei Cordoba / Spanien.
Sie ist jetzt dort auf der bekannten Deponie von eben diesem Cordoba. Und dies nach ca. 2'900 km Flugstrecke.

Dass Amadeus, also der welcher schon am Weitesten von zuhause weg ist, am wenigsten Kilometer zurückgelegt hat, ist wohl der Tatsache geschuldet dass er zielstrebig den direkten Weg gewählt hat.
Eugen und Europa hingegen sind immer wieder für einige Zeit irgendwo hängen geblieben und haben dort die Gegend unsicher gemacht. Also mehrfach hin und her, vor und zurück und dann noch einmal rund herum!

5. Zum Schluss noch unsere FLOCKE. Biel-Benkemer Senderstorch mit Jahrgang 2014. Sie tummelte sich den ganzen Sommer lang im Markgräflerland, wobei sie oft in Holzen zu sehen war. Leider ohne selber zu brüten. Erst spät, am 28.08.2017 hat sie Ihren Zug angetreten. Dann aber richtig. In den ersten beiden Tagen, Luftlinie, schon mal 285 km bis kurz vor Lyon. Nach einem Tag Ruhepause zog sie am 1.09.2017 zwischen 5 und 17 Uhr, 340 km bis in die Gegend des südfranzösischen Ferienortes Cap d'Agde. Chapeaux!

6. Von ELVIS (Jg. 2012), dessen Sender schon länger nicht mehr regelmässig Daten liefert, weiss ich leider nichts Neues!

Ihr seht es gibt wieder Einiges zu berichten und ich hoffe, das bleibt noch lange so.

Allen weiterhin viel Vergnügen mit unseren Störchen, und Letztern viele weitere Kilometer bis zum Wiedersehen.




FLOCKE nun auch auf dem Zug 2017/18

Rechtzeitig vor dem Kälteeinbruch in der Region hat sich unsere FLOCKE (HES SH606) doch noch auf die Winterreise 2017-2018 begeben.

Am 28.08., 08:00 Uhr befand sie sich noch in der Nähe von Mappach, dem Nachbardorf von Holzen.
Anschliessend ist sie, auf der Jura Nordseite, also über Frankreich, Richtung Südwesten davon gezogen.
Der nächste Datenpukt, um 17 Uhr des 28. August lag dann bei Flancey-en-Bresse, bezeichnenderweise auf dem Turm der Kirche St. Martin.
Am 29.08. ist Flocke weiter gezogen und befand sich am 30.08. 17 Uhr rund 285 km Luftline von Mappach entfernt, noch rund 25 km nordöstlich von Lyon.

Ob Sie wieder bloss nach Spanien reist oder doch nochmals nach Afrika?
Egal, wir wünschen gute Reise.

Nach einem Tag des "Ausruhens" nutzte FLOCKE den 1. September um aus der Nähe von Lyon (s. oben) an die südfranzösische Küste, in die Gegend von Agde (Cap d'Agde) weiter zu ziehen.
Dabei legte sie/er (?) innerhalb von nur 12 Stunden, zwischen 05:00 und 17:00 Uhr die beachtliche Strecke von 340 km zurück (Luftlinie).
Das ergibt immerhin eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 28.3 km pro Stunde!
Da müssten sich auch Mo Farah oder Usain Bolt beeilen.
Nicht schlecht, Frau Specht; äxgüsi, Frau Storch.




Was hat diese Grafik mit Jungstorch Eugen zu tun?

Mehr zur Grafik im Abschnitt "Wissen & Aktuell" 




Reise unserer Jungstörche

In den letzten Wochen ist einiges passiert.
Hier ein kleines Update und einige aktuelle (18.08.2017) Informationen.

Am 20.06.2017 wurden in Holzen und Kürzell insgesamt drei Jungstörche mit Datenloggern, finanziert durch die Spenden der Mitglieder der IIGSFBB, ausgestattet.
Dabei handet es sich um sogenannte Enkelstörche, also Junge von ehemals in Biel-Benken geschlüpften Jungen.

Zuerst in Holzen, die beiden Jungen von ELVIS (HES SG999, Jg. 2012).
Sie erhielten folgende Ringe / Sender und Namen.
DER A1A26 / ID 4004 (ex Anton!) / EUROPA, danach DER A1A27 / ID 5523 (neu) / EUGEN

Danach sind wir weiter nordwärts nach Kürzell, in der Nähe von Lahr gefahren und haben dort das Junge von ADELHEID (HES SE5660; Jg. 2008) besendert.
Dieser kleine Racker war schon so gross und mutig, dass wir kurz befürchten mussten, dass er unbesendert aus dem Horst flüchtet. Es ist dann aber alles gut gegangen.
Den Ring hatte er schon in der Vorwoche erhalten (DER AY620).
Heute gab es noch den Sender (auch ein moderner Datenlogger) ID 5703 (neu) und den Namen AMADEUS.

EUROPA war dann die Erste, welche sich von zuhause aus aufmachte um die Welt zu erkunden.
Sie hielt sich zu Beginn eine gute Woche beim solothurnischen Seewen auf, wo ich sie am 30.07.2017 gesucht und gefunden habe.
Sie war einer von zwölf Störchen die sich auf der weiten Ebene "Im Bödeli" aufhielt.
Diese waren, in losen und wechselnden Gruppen von 2 bis 7 Vögeln unterwegs. Zudem waren sie recht scheu, so dass ich keine guten Aufnahmen machen konnte.
Immerhin ist es mir gelungen ein (unscharfes) Bild zu schiessen, welches aber eindeutig EUROPA, mit dem Sender auf dem Rücken, dem Ring am richtigen, dem linken Bein, trug und zudem noch die jugendliche Schwarzfärbung des Schnabels zeigte.

Heute sind die drei schon in Spanien oder weiter gezogen.
Spannend finde ich zu beobachten, wie die Geschwister EUROPA und EUGEN auf verschiedenen Wegen und zu unterschiedlichen Zeiten den Weg in den Süden gehen.

AMADEUS, er ist als letzter aus der Gegend (Oberrhein; Ortenau) ausgezogen und ist bis heute der Erste und Einzige, der es schon bis nach Afrika geschafft hat.
Er ist zur Zeit auf einer marokkanischen Deponie namens Oum Azza (Skhirate-Témara / Marokko).
Auf seinem Weg in den Süden ist er dabei auf der Jura-Nordseite, also in Frankreich gezogen. Danach das Rhônetal hinunter bis in die Camargue. Dann nördlich an Barcelona vorbei Richtung Lerida. Doch ziemlich überraschend hat er sich dann plötzlich südwärts gewendet, Richting Sitges, um dann ein ganzes Stück der Küste zu folgen. Vor Castellón de la Plana ist er wieder ins Landesinnere abgebogen, hat Valencia nördlich umflogen und ist via Cordoba an die Atlantikküste bei Càdiz gezogen. Von dort ging es in südöstlicher Richtung nach Gibraltar und über die Meerenge nach Marokko. Danach, etwa 10 km von der Küste entfernt und parallel dazu weiter, an Rabat vorbei auf die Deponie Oum Azza.

EUGEN, auch er war relativ lange in der Region Basel. Vom Markgräflerland (Holzen, Eimeldingen etc.) via Zolli Basel, Zwingen, Pruntrut ebenfalls dem Juranordfuss entlang. Dann östlich von Lyon ins Rhônetal bis in die Camargue. Über Sète, Cap d'Agde vorbei an Narbonne und Perpignan über die Grenze nach Spanien. In Katalonien nahm er den gleichen Weg wie Amadeus, aber konsequent weiter bis in die Gegend von Lerida. Da befand er sich auch heute, am Ufer des Rio Segre, wenige Kilometer östlich von Lerida (Lleida).

EUROPA, sie hielt sich wie bereits oben geschildert schon bald bei Seewen auf wo ich sie aufgespürt habe. Ihr Schlafplatz war dort der Baukran einer Schreinerei, am nordöstlichen Ende der Ebene "Im Bödeli". Amadeus und Eugen waren da schon weiter in Fankreich unterwegs, bevor EUROPA, nach einem Zwischenstopp im Laufener-Becken (Zwingen, Breitenbach, Laufen), via Delsberg, Tavannes Richtung Bielersee ins Freiburgische weiterzog. Im Gebiet zwischen Murten- und Schiffenensee machte sie eine weitere Schleife, bevor es - auf der Jura Südseite - via Lausanne und Genf ins Rhônetal weiter ging. Auch sie zog via Camargue, dann aber nicht direkt der Küste entlang sondern nördlich von Monpellier, vorbei an Béziers wieder an die Küste südöstlich von Narbonne dann via Pergignan über die französisch-spanische Grenze und danach in allgemein östlicher Richtung und ca. 60 km nördlich von Barcelona durch Katalonien.
Im Moment (19.08.2017, 00:23 h) ist sie in Navàs, ca. 15 km nördlich von Manresa. Die Senderdaten zeigen sie im Vorgarten eines Einfamilienhauses.

Ihr seht, es ist viel Zug in der Luft!
Vogel-Zug, natürlich.




 

Das erwähnte Video verdanken wir den Herren Benjamin Weiland (Journalist; az medien) und Juri Junkov (Fotograf; az medien). Sie haben dieses, nebst vielen Fotos und persönlichen Eindrücken, für Ihre Reportage in der BZ Basel vom 19.06.2017 erstellt und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Merci viilmool.
Hier der Link zum Bericht in der BZ Basel: https://www.bzbasel.ch/basel/baselbiet/baselbieter-teenie-storch-erhaelt-die-lizenz-zum-fliegen-131439600

Das Video gibt einen sehr guten Eindruck, wie so eine Beringung abläuft, was man dabei sieht, wie wundervoll der Blick aus dem Korb der Hebebühne, 25 Meter über Biel-Benken, ist. Oder wie nahe wir zum Nest gelangen können bevor die Altvögel den Horst und das Junge verlassen. Dem trockenen Wetter sei dank, sieht man auch das sorgfältig mit Gras (und Pferdeäpfeln!) gepolsterte Milieu des Horstes und so weiter.
Der besagte Korb war bei dieser Aktion für einmal gut gefüllt. Neben dem Maschinenführer Jacques Minder (maltech.ch AG) und dem Regional zuständigen und auch heute ausführenden Beringer (Bruno Gardelli; Zolli Basel) waren dies auch noch die beiden oben erwähnten Bild- und Textreporter (beide az medien AG) sowie meine gewichtige, ich meine schwere, pensionierte Wenigkeit.

Und ja, so eine Beringung dauert, hätte man nicht "bildhungrige Reporter um sich", nur wenige Minuten.
Dass das heute trotzdem so rasch und problemlos geht, haben wir auch der reformierten Kirchgemeinde Biel-Benken und ihrem, mit grossem Parkplatz gebauten, neuen Begegnugszentrum zu verdanken. Und der Tatsache, dass wir diesen Platz auch nutzen dürfen. Erst durch diesen Neubau ist es möglich geworden sich der Kirche mit einem grossen Pneufahrzeug mit gräumigem Korb (s. oben) anzunähern. Früher war nur Platz für den Maschinenführer und eine Person.
Also auch für dieses "ein-Mal-jährliche" Gastrecht ein herzliches Dankeschön.

Nicht zuletzt darf man die Sponsoren nicht vergessen welche wie üblich, auch dieses Jahr wieder die Kosten für die Beringung übernommen haben.
In erster Linie steht da die maltechch AG welche uns wiederum einen günstigen Spezialtarif für die Nutzug der Hebebühne in Rechnung stellt.
Der Rest der Kosten wird durch die folgenden Spender, Personen oder Firmen, gedeckt:
- Beat und Margrit Herzog
- Paul Hadvary, Werner Osterwalder, Stefan Felber und Beat Huggenberger (aus der Kasse der von ihnen alimentierten Kasse des Monatstreffs BBQV)
- MS Gartenservice AG, Martin Schärer
Auch Ihnen allen gilt mein grosser Dank.

Jetzt gilt es nur noch zu beobachten, bis wann IDUNA, die "Göttin der Jugend und Unsterblichkeit" das Fliegen erlernt und wann sie uns dann für ihre erste grosse Reise verlässt.
Wir wünschen ein gutes und langes Leben. Am Namen soll es nicht liegen. Ikarus wäre da wohl problematischer gewesen!

Ihr Beat Huggenberger

PS
Leider habe ich es nicht geschafft, das Video auf der Seite hier separat einzubetten.
Ihr findet es aber über den unten aufgeführten Link zum BZ-Bericht.




Beringung am 15. Juni 2017

Darf ich vorstellen? Jungstorch IDUNA - - Heute, exakt um 08:09 Uhr war es amtlich. Unser Biel-Benkemer Jungstorch ist vom Regionalleiter Nordwestschweiz von Storch Schweiz, Bruno Gardelli beringt worden. Dabei hat IDUNA (Nord. Göttin der "Jugend und Unsterblichkeit") ihren Ring verpasst bekommen.Sie trägt (ungerades Jahr) den Ring am linken Bein, oberhalb der Ferse. Der Ring hat die Nummer HES SK760. HES steht dabei für 'Helvetia' (HE) und das (S) für Sempach, Sitz der Vogelwarte Schweiz welche all die Daten der Vögel koordiniert. Der Rest also SK760 ist eine fortlaufende Nummer, welche, individuell, jeden Storch identifiziert. Begonnen hatte die Serie mit SA001, heute sind wir bei SK760.IDUNA ist der einundzwanzigste Jungstorch von unserem Brutpaar 'BiEL' und 'BENKEN' der seit 2008, beringt werden konnte. - mehr später.




 

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